Von den rumänischen Karpaten in die georgische Höhlenstadt

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Tag 4: Von den Karpaten hinter die bulgarische Grenze

 

Und tatsächlich weckt uns der Zug pünktlich um 6.00 Uhr mit einem lauten Pfeifen, das einen zum Mörder werden lassen könnte ;-)

Und tatsächlich weckt uns der Zug pünktlich um 6.00 Uhr mit einem lauten Pfeifen, welches einen zum Mörder werden lassen könnte 😉

 

Der Kommandostand der Lokomotive: Um 7.00 Uhr ist Abfahrt; Kaffee und belegte Brötchen gibt’s auf der Fahrt.

Der Kommandostand der Lokomotive: Um 7.00 Uhr ist Abfahrt; Kaffee und belegte Brötchen gibt’s auf der Fahrt.

 

Offroading funktioniert auch mit 1 PS ;-) :-D

Offroading funktioniert auch mit 1 PS 😉 😀

 

Ein Holzfäller-Mannschaftsbus kommt uns entgegen.

Ein Holzfäller-Mannschaftsbus kommt uns entgegen.

 

Um 9.00 Uhr kommen wir wieder am Parkplatz an. Das Geschäft, mit der Waldbahn Touristen durch die Karpaten zu fahren, scheint gut zu laufen. Wie wir hören, werden für heute 900 Besucher erwartet.

Um 9.00 Uhr kommen wir wieder am Parkplatz an. Das Geschäft, mit der Waldbahn Touristen durch die Karpaten zu fahren, scheint gut zu laufen. Wie wir hören, werden für heute 900 Besucher erwartet.

 

Wir nutzen die Möglichkeit, die Duschen vom Hotelzug zu benutzen und machen uns auf den Weg. Jetzt wollen wir so schnell wie möglich nach Georgien. Der Haken: das sind über 2.500km, die wir in 3 Tagen schaffen wollen. Gute 800km pro Tag klingt nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass es z.B. in Rumänien insgesamt nur 500km Autobahn gibt und die anderen Schlängelstrassen auch nicht in wirklich guter Verfassung sind, bremst das natürlich die Durchschnittsgeschwindigkeit. Wir wollen eigentlich noch heute die 680km zur bulgarischen Grenze schaffen, kommen aber nur gähnend langsam voran.

Der Zeitdruck hängt uns im Nacken, aber natürlich wollen wir uns auf den Strassen als gute Gäste präsentieren und halten uns ganz nach deutscher Oberfahrlehrermanier an die Verkehrsregeln…und werden somit zum mobilen Verkehrshindernis. Die Einheimischen sehen die Interpretation von Verkehrsregeln etwas lockerer: Überholverbote werden konsequent ignoriert, Geschwindigkeitsbeschränkungen sind eher nett-gemeinte Empfehlungen und Stop-Schilder sind da, um sie zu überfahren. Nun gut, wir halten es nur kurz durch, uns von hupenden LKW-Fahrern bedrängeln und wütend überholen zu lassen. Also orientieren wir uns am Fahrstil der Einheimischen und beginnen eine seeeehr steile Karriere als Verkehrssünder mit einer laaaaangen Liste an Vergehen 😉

Wir führen das Wettrennen gegen die vom Navi vorgegebene Ankunftszeit fort, aber bei diesen Verkehrs- und Strassenverhältnissen ist das ein aussichtsloser Kampf. Wir können höchstens versuchen, den Schaden zu minimieren, was bedeutet, dass wir im Dunkeln weiterfahren müssen, um unser Etappenziel nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Wir verlassen kurz die Hauptstrasse und stossen in eine Nebenstrasse auf einen Berg vor, um uns ganz schnell eine Kleinigkeit zum Abendessen zu kochen.

 

Ein altes rumänisches Kloster ist doch ein gute Kulisse für ein Abendessen :-) Wir packen also die Küche aus…

Ein altes rumänisches Kloster ist doch ein gute Kulisse für ein Abendessen 🙂 Wir packen also die Küche aus…

 

…und fangen an, uns ein leckeres Abendessen zu kochen, als…

…und fangen an, uns ein leckeres Abendessen zu kochen, als…

 

…auf einmal dieser Mönch auf uns zukommt. Er hält ein großes Laib Brot in den Händen (rechts im Bild bei Frank), das die Mönche im Kloster selbst gebacken haben und das er uns schenken möchte. Das ist echt rührend und unser Highlight des Tages. Wir freuen uns sehr über diese Geste und schenken ihm natürlich etwas zurück.

…auf einmal dieser Mönch auf uns zukommt. Er hält ein großes Laib Brot in den Händen (rechts im Bild bei Frank), das die Mönche im Kloster selbst gebacken haben und das er uns schenken möchte. Das ist echt rührend und unser Highlight des Tages. Wir freuen uns sehr über diese Geste und schenken ihm natürlich etwas zurück.

 

Nach einem hektischen Abendmahl geht’s weiter: Wir fahren und fahren und fahren und wollen unbedingt noch die Grenze zu Bulgarien überqueren, die wir um Mitternacht erreichen.

 

Nach 1,5h Wartezeit an der Grenze sind wir auch endlich dran.

Nach 1,5h Wartezeit an der Grenze sind wir auch endlich dran.

 

Um 1.30 Uhr heißt es endlich „Welcome to Bulgaria“. Wir wollen nicht direkt an der Grenze campieren, tanken also nochmal auf, fahren ins Landesinnere und suchen uns ein lauschiges Plätzchen in den Feldern. Mit 700km Tagesleistung müssen wir zufrieden sein, liegen aber hinter dem Zeitplan zurück. Um 3.00 Uhr sinken wir völlig erschöpft in einen tiefen, aber viel zu kurzen Schlaf.

 

 

Tag 5: Im Sauseschritt durch Bulgarien bis hinter Istanbul

Unsere Hoffnung, etwas Zeit aufzuholen, liegt in der Türkei: Dort soll es auf der West-Ost-Achse eine super-ausgebaute Autobahn geben mit 3 Spuren pro Richtung, wo wir hoffen, ordentlich km gutmachen zu können.

 

Am nächsten Morgen weckt uns die Sonne um 6:45 Uhr und wir schauen uns mal wieder an, wo wir denn eigentlich gelandet sind ;-)

Am nächsten Morgen weckt uns die Sonne um 6:45 Uhr und wir schauen uns mal wieder an, wo wir denn eigentlich gelandet sind 😉

 

Ein kurzes Frühstück und weiter geht’s.

Ein kurzes Frühstück und weiter geht’s.

 

Trotz aller Hektik verdient die bulgarische Landschaft ein Erinnerungsfoto. Wir überqueren den kleinen Balkan und klettern die Serpentinen auf der Nordseite bei angenehmen 28 Grad rauf und auf der Südseite bei 37 Grad runter.

Trotz aller Hektik verdient die bulgarische Landschaft ein Erinnerungsfoto. Wir überqueren den kleinen Balkan und klettern die Serpentinen auf der Nordseite bei angenehmen 28 Grad rauf und auf der Südseite bei 37 Grad runter.

 

Wir treffen ein anderes Team kurz vor der türkischen Grenze. Die haben es leider nicht zur CheckPoint-Party in den rumänischen Karpaten geschafft, da sie etwas Pech mit ihren zwei Fiat Doblo’s hatten: Beim einen Auto ist der Auspuff abgefallen; beim anderen ist die Windschutzscheibe in 1000 Stücke gesprungen. Zum Glück konnten sie alles schnell reparieren lassen. Wir passieren mit vier Autos die türkische Grenze und trennen uns dann wieder, da wir unterschiedliche Pläne haben.

Wir treffen ein anderes Team kurz vor der türkischen Grenze. Die haben es leider nicht zur CheckPoint-Party in den rumänischen Karpaten geschafft, da sie etwas Pech mit ihren zwei Fiat Doblo’s hatten: Beim einen Auto ist der Auspuff abgefallen; beim anderen ist die Windschutzscheibe in 1000 Stücke gesprungen. Zum Glück konnten sie alles schnell reparieren lassen. Wir passieren mit vier Autos die türkische Grenze und trennen uns dann wieder, da wir unterschiedliche Pläne haben.

 

Was macht man als erstes, wenn man in der Türkei ankommt? RICHTIG: Döner essen 😀 Uns hängt der Magen in den Kniekehlen und in der Grenzstadt genehmigen wir uns einen leckeren Döner, gleichzeitig auf der Suche nach Informationen, wie das kompliziert anmutende Mautsystem in der Türkei funktioniert. Alle Vignetten-Verkaufsstellen scheinen bereits um 17.00 Uhr geschlossen zu haben und uns wird gesagt, dass wir direkt an der Autobahn was kaufen sollen.

 

Wir treffen ein österreichisches Team mit dem gleichen Problem. „Vignette an der Autobahn kaufen“ bedeutet: Auto abstellen, zu Fuss über die Autobahn rennen, Vignette kaufen und wieder zurück rennen :-D Und schon können wir passieren.

Wir treffen ein österreichisches Team mit dem gleichen Problem. „Vignette an der Autobahn kaufen“ bedeutet: Auto abstellen, zu Fuss über die Autobahn rennen, Vignette kaufen und wieder zurück rennen 😀 Und schon können wir passieren.

 

Wir machen einen kurzen Abstecher zum schwarzen Meer und verschnaufen kurz.

Wir machen einen kurzen Abstecher zum schwarzen Meer und verschnaufen kurz.

 

Tja, leider haben wir schlechte Nachrichten: Jörn von den Bab(v)arian Daredevils kämpft mit einer Virusinfektion und sieht sich außerstande, die Rally fortzuführen. Er trifft die schwere Entscheidung, nach Hause zu fliegen. Die Rally abzubrechen, ist für Jörn natürlich eine bittere Enttäuschung; für die anderen Teammitglieder bedeutet das, dass der Verlust eines Fahrers durch die Übriggebliebenen kompensiert werden muss. Aber die Gesundheit geht vor, gar keine Frage. Wir fahren nach Istanbul und setzen Jörn am Atatürk-Flughafen ab. Mach’s gut, Jörn, und werde schnell wieder gesund.

 

Wir verlassen den Atatürk-Flughafen kurz vor Mitternacht. Das ist einerseits spät und bedeutet einen weiteren Zeitverlust; auf der anderen Seite müssen wir Istanbul durchqueren und ersparen uns bei Nacht natürlich ein riesiges Verkehrschaos. Wir wünschten, wir hätten mehr Zeit für die Sehenswürdigkeiten dieser faszinierenden Multi-Millionen-Metropole. Wir wählen die Touri-Route durch die Stadt, essen einen Döner und versuchen, auf der Autobahn weiter voranzukommen. Irgendwann können wir einfach nicht mehr, biegen ab und suchen einen Zeltplatz. Wir sind in Berggebieten 100km östlich von Istanbul unterwegs, alles ist dicht bebaut und wir finden nirgendwo ein Plätzchen, wo wir ungefragt jetzt noch unser Zelt aufschlagen können. Es hilft alles nichts, wir fahren zurück auf die Autobahn und auf den nächsten Rastplatz und parken uns zwischen den LKWs. Um 3.30 Uhr stellen wir die Motoren ab und sinken in einen wenig erholsamen und wieder viel zu kurzen Schlaf in unseren Autos. Heute haben wir immerhin 730km geschafft.

 

 

Tag 6: Auf dem Weg zur georgischen Grenze

 

Die LKW-Fahrer fangen an, ihre Motoren um 6:30/7:00 Uhr zu starten. An Schlaf ist nicht mehr zu denken, erholsam war’s sowieso nicht.

Die LKW-Fahrer fangen an, ihre Motoren um 6:30/7:00 Uhr zu starten. An Schlaf ist nicht mehr zu denken, erholsam war’s sowieso nicht.

 

Müdigkeit ist kein Grund für schlechte Laune :-D

Müdigkeit ist kein Grund für schlechte Laune 😀

 

Benzin ist in der Türkei mit 1,50€ teurer als in Bulgarien mit 1,20€. Insofern haben wir in Bulgarien kurz vor der Grenze nicht nur die Autos vollgetankt, sondern auch unsere Reservekanister und sind somit mit 55l im Tank plus 2x20l Reservekanister in die Türkei gestartet.

Benzin ist in der Türkei mit 1,50€ teurer als in Bulgarien mit 1,20€. Insofern haben wir in Bulgarien kurz vor der Grenze nicht nur die Autos vollgetankt, sondern auch unsere Reservekanister und sind somit mit 55l im Tank plus 2x20l Reservekanister in die Türkei gestartet.

 

Rituelle Fusswaschung? Mitnichten :-D Dancing in the Rain? Auch nicht ;-) Aber nach 2 Tagen ohne Dusche bei Temperaturen von 37 Grad ist der Wasserschlauch an der Tankstelle einfach zu verlockend :-D

Rituelle Fusswaschung? Mitnichten 😀 Dancing in the Rain? Auch nicht 😉 Aber nach 2 Tagen ohne Dusche bei Temperaturen von 37 Grad ist der Wasserschlauch an der Tankstelle einfach zu verlockend 😀

 

Die Landschaft in der Türkei hat was…

Die Landschaft in der Türkei hat was…

 

…ist im Sommer aber auch sehr karg.

…ist im Sommer aber auch sehr karg.

 

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Mittagessen im Dorf. Was gibt’s wohl? Richtig: DÖNER :-D Die Einheimischen werden schnell auf uns aufmerksam; zu interessant erscheinen unsere Autos. Die Sprachbarriere ist zwar hoch, aber alle sind super-nett und ständig werden wir zum Tee eingeladen, den wir schwersten Herzens ablehnen.

Mittagessen im Dorf. Was gibt’s wohl? Richtig: DÖNER 😀 Die Einheimischen werden schnell auf uns aufmerksam; zu interessant erscheinen unsere Autos. Die Sprachbarriere ist zwar hoch, aber alle sind super-nett und ständig werden wir zum Tee eingeladen, den wir schwersten Herzens ablehnen.

 

Pause am schwarzen Meer

Pause am schwarzen Meer

 

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Eine Moschee

Eine Moschee

 

Wir spulen km nach km ab und sind völlig im Eimer. Die Strapazen der letzten Tage liessen sich wohl nicht mit jeweils 3h Schlaf kompensieren ;-) Unsere Körper schreien nach Gnade und wir entschliessen uns, uns nach 870km ein Hotelzimmer mit ordentlichem Bett und einer Dusche zu gönnen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie gut das getan hat. Zum Glück kann das Internet noch keine Gerüche übertragen :-D

Wir spulen km nach km ab und sind völlig im Eimer. Die Strapazen der letzten Tage liessen sich wohl nicht mit jeweils 3h Schlaf kompensieren 😉 Unsere Körper schreien nach Gnade und wir entschliessen uns, uns nach 870km ein Hotelzimmer mit ordentlichem Bett und einer Dusche zu gönnen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie gut das getan hat. Zum Glück kann das Internet noch keine Gerüche übertragen 😀

 

Eigentlich wollten wir nun kurz vor der georgischen Grenze sein, aber dafür fehlen uns noch runde 200km.

 

 

Tag 7: Auf nach Georgien zur Höhlenstadt

 

Wir sind nicht so wirklich zufrieden mit den Tages-km, die wir bisher abgespult haben. Wir haben alle keinen zimperlichen Fahrstil und missachten bereitwillig Geschwindigkeitsbeschränkungen, wechseln die Fahrer durch, fahren bis in die Nacht bis fast an die Müdigkeitsgrenze, aber irgendwie bleibt immer das Gefühl, zu langsam zu sein. Sind wir tatsächlich nicht auf einer Kaffeefahrt, sondern auf einer Rally?!? 😀 Wir beschließen, unsere Route ein wenig abzuändern. Eigentlich wollten wir die Grenze zu Georgien an der Küste bei Batumi überqueren, aber dann würden wir riskieren, die Höhlenstadt Vardzia zu verpassen, die wir unbedingt sehen wollen. Also beschliessen wir, weiter in der Türkei zu bleiben und ins Landesinnere zu fahren, um bei Posof die Grenze zu überqueren, wo wir quasi gegenüber von Vardzia rauskommen.

 

Es regnet…ein HOFFNUNGSSCHIMMER, heute mal nicht gegrillt zu werden :-D Fehlanzeige, nach einem seeeehr kurzen Schauer kam die Sonne wieder raus und hat ihren Job mit Bravour erledigt ;-)

Es regnet…ein HOFFNUNGSSCHIMMER, heute mal nicht gegrillt zu werden 😀 Fehlanzeige, nach einem seeeehr kurzen Schauer kam die Sonne wieder raus und hat ihren Job mit Bravour erledigt 😉

 

Wir verlassen die Küstenlinie und fahren ins Landesinnere. Wir werden mit wunderschönen Landschaften belohnt.

Wir verlassen die Küstenlinie und fahren ins Landesinnere. Wir werden mit wunderschönen Landschaften belohnt.

 

Wir zirkeln die Serpentinen rauf und runter. Seht ihr die Wegführung auf der anderen Seite im Hintergrund? Da müssen wir entlang ;-) Das Thermometer zeigt 38 Grad an. „Wir werden in unseren Autos gegrillt“ ist noch hoffnungslos untertrieben.

Wir zirkeln die Serpentinen rauf und runter. Seht ihr die Wegführung auf der anderen Seite im Hintergrund? Da müssen wir entlang 😉 Das Thermometer zeigt 38 Grad an. „Wir werden in unseren Autos gegrillt“ ist noch hoffnungslos untertrieben.

 

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Eine Haarnadelkurve um 180 Grad jagt die andere. Die Kurven sind teilweise so eng, dass wir sie nur mit Schrittgeschwindigkeit nehmen können.

Eine Haarnadelkurve um 180 Grad jagt die andere. Die Kurven sind teilweise so eng, dass wir sie nur mit Schrittgeschwindigkeit nehmen können.

 

Wir haben es geschafft und sind auf dem Spitze des Bergkamms angekommen. Bei 2470m geniessen wir die kühlen 25 Grad.

Wir haben es geschafft und sind auf dem Spitze des Bergkamms angekommen. Bei 2470m geniessen wir die kühlen 25 Grad.

 

Sonderlich viel wächst hier oben nicht mehr…

Sonderlich viel wächst hier oben nicht mehr…

 

Das traditionelle Leben in Zelten ist bestimmt sehr entbehrungsreich.

Das traditionelle Leben in Zelten ist bestimmt sehr entbehrungsreich.

 

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Wir nähern uns der georgischen Grenze. Die Strassen werden immer schlechter, oft fehlt der Strassenbelag komplett, wir zirkeln um die Schlaglöcher herum und nicht nur einmal hat unser Unterbodenschutz massiven Feindkontakt.

Wir nähern uns der georgischen Grenze. Die Strassen werden immer schlechter, oft fehlt der Strassenbelag komplett, wir zirkeln um die Schlaglöcher herum und nicht nur einmal hat unser Unterbodenschutz massiven Feindkontakt.

 

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Die Landschaft ist wunderschön, die Schlaglöcher weniger ;-)

Die Landschaft ist wunderschön, die Schlaglöcher weniger 😉

 

Kurze Pause. Bernd begutachtet sein Auto… „Ääääähhh…Leute…ich hab einen Reservereifen verloren…“ Schweigen… „WIE BITTE?!?“ Trotz Verwendung von Schwerlastzurrgurten, die wir natürlich bis zum Anschlag festgezogen haben, hat sich durch das Geschüttel irgendwie ein Reifen verselbständigt. Ein Wunder, dass der Nachbarreifen nicht auch gleich abgehauen ist. Auf der Strecke war kaum jemand unterwegs, insofern sind wir zuversichtlich, dass der Reifen schlicht und einfach im Straßengraben gelandet ist, aber ein flaues Gefühl bleibt doch…

Kurze Pause. Bernd begutachtet sein Auto… „Ääääähhh…Leute…ich hab einen Reservereifen verloren…“ Schweigen… „WIE BITTE?!?“ Trotz Verwendung von Schwerlastzurrgurten, die wir natürlich bis zum Anschlag festgezogen haben, hat sich durch das Geschüttel irgendwie ein Reifen verselbständigt. Ein Wunder, dass der Nachbarreifen nicht auch gleich abgehauen ist. Auf der Strecke war kaum jemand unterwegs, insofern sind wir zuversichtlich, dass der Reifen schlicht und einfach im Straßengraben gelandet ist, aber ein flaues Gefühl bleibt doch…

 

YEAH, genauso muss ein echter Offroader und Rally-Bolide aussehen: DRECKIG :-D

YEAH, genauso muss ein echter Offroader und Rally-Bolide aussehen: DRECKIG 😀

 

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Hurra, es ist 19.00 Uhr und wir schaffen es noch bei Tageslicht zur Grenze. Die Abfertigung auf türkischer Seite ist unkompliziert, die Grenzler sind desinteressiert. Auf georgischer Seite sind alle sehr freundlich; die Georgier reagieren allerdings sehr sensibel auf Drogenschmuggel und alle Autos werden mit Spürhunden abgesucht. Einer der Zöllner redet uns auf Deutsch an. Wo er denn sein Deutsch gelernt hätte, fragen wir. „In der Schule“. Wow, wir wären froh, wenn wir so gut Englisch könnten wie er Deutsch. Wir nutzen die Gelegenheit und fragen ihn nach einer Autoversicherung, denn unsere grüne internationale Versicherungskarte ist ab hier wertlos. Wir hatten erwartet, dass man an der Grenze eine Versicherung kaufen kann. „In Georgien braucht man keine Versicherung. Bei einem Unfall zahlt ihr, wenn ihr schuld seid und der andere, falls er schuld ist. Also fahrt einfach vorsichtig.“ Wir trauen unseren Ohren kaum, aber auch auf Nachfrage bei jemand anderen wird uns dies bestätigt. Nunja, das typisch deutsche Bedürfnis, immer und überall gegen alles versichert sein zu wollen, lässt uns etwas unbehaglich davonfahren. Also fahren wir mal vorsichtig und beschliessen, keinen Unfall zu haben ;-)

Hurra, es ist 19.00 Uhr und wir schaffen es noch bei Tageslicht zur Grenze. Die Abfertigung auf türkischer Seite ist unkompliziert, die Grenzler sind desinteressiert. Auf georgischer Seite sind alle sehr freundlich; die Georgier reagieren allerdings sehr sensibel auf Drogenschmuggel und alle Autos werden mit Spürhunden abgesucht. Einer der Zöllner redet uns auf Deutsch an. Wo er denn sein Deutsch gelernt hätte, fragen wir. „In der Schule“. Wow, wir wären froh, wenn wir so gut Englisch könnten wie er Deutsch. Wir nutzen die Gelegenheit und fragen ihn nach einer Autoversicherung, denn unsere grüne internationale Versicherungskarte ist ab hier wertlos. Wir hatten erwartet, dass man an der Grenze eine Versicherung kaufen kann. „In Georgien braucht man keine Versicherung. Bei einem Unfall zahlt ihr, wenn ihr schuld seid und der andere, falls er schuld ist. Also fahrt einfach vorsichtig.“ Wir trauen unseren Ohren kaum, aber auch auf Nachfrage bei jemand anderen wird uns dies bestätigt. Nunja, das typisch deutsche Bedürfnis, immer und überall gegen alles versichert sein zu wollen, lässt uns etwas unbehaglich davonfahren. Also fahren wir mal vorsichtig und beschliessen, keinen Unfall zu haben 😉

 

Bis wir über die Grenze sind, ist die Sonne untergegangen. Na toll, unser guter Vorsatz, endlich mal im Hellen einen Schlafplatz zu suchen, ist schon wieder dahin. Das Auswärtige Amt empfiehlt: „Nachtfahrten sind aufgrund der schlechten Strassenzustände zu vermeiden.“ Also machen wir doch mal eine Nachtfahrt 😀 Unser Ziel: Vardzia, wo wir die berühmte Höhlenstadt besuchen wollen. Um 21:00 Uhr kommen wir dort an. Auf der Zubringerstrasse, gegenüber der Höhlenstadt, ist ein kleiner Rastplatz mit Aussicht auf die Höhlenstadt, die die halbe Nacht angestrahlt wird. Wir machen einen Fotostop und der Platz gefällt uns so gut, dass wir beschließen, hier zu bleiben.

 

Aussicht auf die Höhlenstadt von unserem Campingplatz. Absolut beeindruckend, da brauch man definitiv keinen Fernseher. Schweigend geniessen wir den Ausblick und das Sternenzelt.

Aussicht auf die Höhlenstadt von unserem Campingplatz. Absolut beeindruckend, da brauch man definitiv keinen Fernseher. Schweigend geniessen wir den Ausblick und das Sternenzelt. Sogar Sternschnuppern regnen auf uns herab und wir können uns gar nicht sattsehen.

 

Unsere Autos haben heute eine mächtige Feuertaufe geschafft: bei 38 Grad die Serpentinen rauf und runter, harte Einschläge eingesteckt, unbefestigte Pisten…wir sind stolz auf unsere Rally-Bolliden, die heute 580km geschafft haben und wir sind endlich mal zufrieden mit unserer Leistung. Wir haben wunderschöne Landschaften passiert und es wird schwer sein, diesen Campingplatz zu übertrumpfen. Die Messlatte liegt auf einmal sehr hoch 🙂

 

 

 

 

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  1. zu Dritt ist es um einiges schwieriger – drück euch die Daumen! Und waschen wird überschätzt – es gibt Deos. Da es on-the-road so wieso kaum Sozialleben gibt, kann man sich stinkend durch Zentralasien bewegen.

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